Hausstaubmilbenallergie

Hausstaubmilben

Hausstaubmilben sind weltweit verbreitet und zählen zu der Gruppe der Spinnentiere. Man unterscheidet zwischen zwei relevante Arten:  Dermatophagoides pteronyssinus (europäische Milbe) und Dermatophagoides farinae (amerikanische Milbe). Eine Hausstaubmilbenallergie wird nicht durch die Milbe selbst, sondern durch das Einatmen des Milbenkotes ausgelöst. Die Größe einer Hausstaubmilbe beträgt circa 0,1 mm, also für das menschliche Auge nicht sichtbar. Da sich die Milben von menschlichen Hautschuppen ernähren, findet man zum Beispiel auf einer Matraze 10 Millionen dieser kleinen Tierchen, aber auch auf Teppichen und Polstermöbel fühlen sie sich wohl. Die Lebensdauer von Milben beträgt 2- 4 Monaten. Das Vorkommen von Hausstaubmilben ist kein Zeichen mangelnder Hygiene. Der Mensch verliert täglich ein bis zwei Gramm Hautschuppen. Das reicht, um damit 1,5 Millionen Hausstaubmilben einen Tag lang zu ernähren. Im Gegensatz zu einer Pollenallergie (Heuschnupfen) ist ein Milbenallergiker dem Allergieauslöser ganzjährig ausgesetzt.

Symptome einer Hausstaubmilbenallergie (perenniale Rhinitis)

Ähnlich wie bei einem Heuschnupfen leiden die Patientin unter erkältungsähnlichen Beschwerden wie behinderte Nasenatmung oder auch “laufenden” Nase, Dauerschnupfen, morgendlichen Nießanfällen erschwerte Atmung, Husten, Asthma, gerötete, tränende oder juckende Augen. Im Gegensatz zum Heuschnupfen bestehen jedoch ganzjährige Beschwerden. Eine Verschlechterung der Symptome zu Beginn der Heizperiode ist charakterisch für eine Hausstaubmilbenallergie.

Testung

Der sogenannte Allergie-Prick-Test gibt Aufschluss über eine postive Reaktion gegenüber getesteten Inhalationsallergenen (wie z. B. Dermat. pteorn und Dermat. farinae, Gräser- und Getreidepollen, Schimmelpilze, Tierepithelien). Im Anschluss wird durch eine serologische Untersuchung (Gesamt-IgE /spezifische RAST-Teste) die genaue Anzahl der Antikörper festgestellt, um weitere Therapieschritte einzuleiten.

Therapie

Als erste Maßnahme bei einer Allergie steht immer die Karenz im Vordergrund. Dies gestaltet sich jedoch bei einer Hausstaubmilbenallergie so gut wie unmöglich. Bei einer diagnostizierten Milbenallergie ist eine Sanierung des Schlafzimmers sowie des Bettes angezeigt. Hierbei ist die Verwendung eines sogenannten Encasings sinnvoll (milbendichter Bezug über Matraze, Kissen und Bettbezug). Viele Krankenkassen übernehmen ganz oder teilweise die Kosten für diese Maßnahme. Natürlich muss hier auch der “Bettnachbar” (Ehepartner, im gleichen Zimmer schlafende Geschwister) mit einem solchen Encasing ausgestattet werden. Bettdecke und Kopfkissen sowie auch das Encasing sollte regelmäßig bei 60° gewaschen werden. Ein wischbarer Bodenbelag sowie der Verzicht auf Vorhänge, Bettvorleger, Textiltapeten und Stofftiere erweist sich als äußerst sinnvoll. Auf das Entkleiden oder Kämmen im Schlafzimmer sollte ebenfalls verzichtet werden, da die dabei abschilfernden Hautschuppen als Nahrung für die Milben dienen. Auch medikamentöse Therapien wie z. B. die Einnahme von Antihistaminika und Anwendung von steroidhaltigen Nasensprays kann eine Erleichterung der Beschwerden bringen, jedoch keine “Heilung” der Inhalationsallergie. Deswegen wird je nach Beschwerdesymptomatik häufig eine Hyposensibilisierung angeraten. Hierbei ist das Ziel, die Überempfindlichkeit gegenüber dem verursachenden Allergen abzubauen. Bei der Behandlung werden auslösende Allergene schrittweise in steigender Dosierung zugeführt und soll letztendlich zur erhöhten Toleranz gegenüber dem zugeführten Allergen führen. Eine solche Behandlung erstreckt sich über den Zeitraum von 3 – 5 Jahren und wird in der Regel alle 4 – 6 Wochen durchgeführt (SIT – subcutane Immuntherapie). Eine weitere Form der Hyposensibilisierung besteht in der Möglichkeit, das Allergen in Tropfform einzunehmen (SLIT – Sublinguale Immuntherapie).

Warum sollte eine Hausstaubmilbenallergie unbedingt behandelt werden?

Bleibt eine Allergie unbehandelt, droht ein sogenannter Etagenwechsel. Dabei kommt es nach anfänglich oben beschriebener Symptome der oberen Luftwege oft innerhalb weniger Jahre zu einem allergischen Asthma.